Trixi, ein Mädchenschicksal

 

Leseprobe

........sie standen mitten in Trixis Zimmer und schnupperten einen sonderbar süßlichen Geruch.

„Paul“, sagte Marion mit schwankender Stimme. „Der Geruch, das ist doch...“

„Ja, ich rieche es auch, es ist eindeutig Hasch.“

„Oh Paul, sie nimmt Rauschgift. Ich habe Angst...“ Marion begriff langsam, was mit ihrer Tochter geschehen war.

Nach gründlicher Durchsuchung des Mädchenzimmers wurden sie fündig. Unter der Matratze lagen mehrere winzige Plastiktütchen mit Körnern, die an Koriander oder weißen Pfeffer erinnerten, und ein in Silberpapier eingewickeltes, braunes, festes Etwas, das aussah wie Schokolade.

„Ach was, Hasch, Cannabis. Sie wird gelegentlich Gras rauchen, haschen – da ist doch wirklich nichts dabei. Das machen viele junge Leute.“ Paul grinste verschmitzt. Mit seinen Freunden hatte er sich gelegentlich ein Tütchen gedreht, nur aus Jux und Zeitvertreib. Selbst Marion hatte schon ihre Erfahrungen damit gemacht. Aber Trixi?

Für Paul schien das harmlos, doch Marion stöberte weiter. Sie kniete vor dem Nachttisch neben Trixis Bett, öffnete die Schublade und starrte entsetzt auf einige Plastiktütchen mit weißem Pulver.

„Verdammt! Das kann doch nicht wahr sein! Wir müssen sie finden, sie geht uns vor die Hunde!“ stammelte sie. Die schreckliche Wahrheit traf sie wie ein Schlag.

Marion begriff allmählich, was vor sich ging. Sie sah ihre Tochter vor sich, das ehemals robuste Mädchen, das nichts aus der Bahn werfen konnte; mit wilder roter Mähne, frech und zu immer kecken Sprüchen aufgelegt. Mittlerweile hatte sich das Mädchen verändert, sie wirkte zerbrechlich und geistesabwesend. Das Rätsel ihrer Veränderung lag nun offen in der Schublade: Weißes Pulver - Vernichtung.

Paul wandte sich angeekelt ab. Seine Stimme klang bitter, als er knurrte: „Was regst du dich so künstlich auf? Das bisschen Stoff ist doch nicht der Rede wert. Was Trixi betrifft, da gibt es ganz andere Qualitäten, die die Kleine hat.“ Er grinste boshaft. „Mit ihr wirst du noch dein blaues Wunder erleben. Ich bin überzeugt, sie macht für das Zeug die Beine breit. Dafür braucht man kein Hellseher zu sein.“

„Was fällt dir ein, so über meine Tochter zu reden?“ Marion funkelte ihn zornig an.

Abrupt wandte er sich um und ging zur Tür........